4. Jahrestag

Vor vier Jahren haben wir das Pumpenhaus gekauft und diesen Blog gestartet.

    
    
   

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Kunst am Bau

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Als wir das Pumpenhaus im Sommer 2011 zum ersten Mal von Innen besichtigten, fiel uns gleich der Erdungsplan neben den Transformatoren ins Auge. Der auf dieser gerahmten Tuschzeichnung gezeigte Grundriss des Gebäudes war der einzige Plan, den wir, vor Aufmaß und Entwurfsplanung durch Nicole Manz aus München, hatten.

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Diese Bild haben wir seitdem gut verwahrt und gestern vorsichtig gereinigt und wieder im Pumpenhaus aufgehängt. Wofür Regentage doch gut sind.

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Wenn der Postmann keinmal klingelt

In Ermangelung von Nachbarn (nicht, dass wir sie vermissen würden), gestaltet sich die Paketzustellung ans Pumpenhaus hin und wieder schwierig. Ab und zu sind wir nicht zu Hause und viele Fahrer haben das Pumpenhaus erst gar nicht gesucht oder gefunden. So häuften sich die Nachrichten an uns, dass unsere „Adresse nicht existiert“.

Für Lieferungen durch DHL haben wir jetzt Abhilfe schaffen können:

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Der kombinierte Brief- und Paketkasten nimmt Pakete bis zur Größe „L“ auf und wir können auch Pakete dem Fahrer „mitgeben“, in dem wir sie in den Kasten legen und online um Abholung bitten. Eine schöne Erfindung, die uns den Alltag erleichtert.

Waschzwang

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Die alten Glasbausteine wurden von unseren Vorbesitzern auf einer Seite mit einer sehr hartnäckigen Farbschicht geschwärzt. Normalerweise haben wir schwarze Dinge sehr gerne, aber hier soll diese über 100 Jahre alte Farbe entfernt werden.

IMG_5585 Unsere Chemiker im Freundeskreis waren sich schnell einig, dass eine Mischung aus Isopropanol und Kaliumhydroxid uns dabei helfen würde.

Wir haben uns ein entsprechendes Chemielabor eingerichtet und den Zaubertrank zubereitet. In der Tat löst dieser nach einem 48stündigen Bad die Farbe weitestgehend ab.

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Die letzten Reste lassen sich im Wasserbad mithilfe eines Putzschwamms gut entfernen. Im Ergebnis erhalten wir klare Glasbausteine.

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Nur eine Idee, wo und wie wir sie verbauen können, fehlt uns noch…

Erleuchtung

Im Pumpenhaus hingen einige Lampen, die wir vor der Kernsanierung in Sicherheit gebracht haben und die nun wieder einen Platz im Haus bekommen sollen.

Die große Mehrzahl der Leuchten stammt aus der Kollektion Ebolicht der Bolichwerke in Östringen-Odenheim. 1914 waren diese Leuchten recht neu auf dem Markt, heute gelten sie als Design-Klassiker. Allen Lampen ist gemein, dass sie absolut frei von Kunststoffen sind; Keramik und Emaille sind die vorherrschenden Materialien. An einigen Exemplaren fehlen leider die metallernen Ösen zum Aufhängen und wir haben bei den Bolichwerken angefragt, ob es auch nach über 100 Jahren Ersatzteile für die Leuchten gibt.

Modell Bonn:

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Modell Berlin (jedenfalls in der Grundform):2015-09-06-bolich-leuchte3 2015-09-06-bolich-leuchte4 2015-09-06-bolich-leuchte5

Eine Variante der Horaxlampe mit Wandhalterung aus dem Hause Lichttechnische Spezialfabrik Dr. Ing. Schneider & Co, Frankfurt a.M..

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Ring Of Steel

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Wir haben einen neuen Metallbauer gefunden! Wie schon so oft in unserem Bauherrenleben, sind wir über eine freundliche Empfehlung fündig geworden. Die Enttäuschungen über die Heidelberger Handwerksbetriebe nötigen uns, bundesweit nach kompetenten und ehrlichen Handwerkern Ausschau zu halten. Unser neuer Metallbauer kommt aus Radeburg und wirkte bereits sehr überzeugend an anderen Stellen in Heidelberg und kommt immer wieder gerne in die Kurpfalz.

Das Unternehmen Metallbau- und Schmiede Hübler hat uns ein wunderschönes Brüstungsgeländer entworfen und gebaut. Gestern wurde es geliefert und auf das runde Loch in unserem Wohnzimmer gesetzt. Da wir noch nicht wissen, wo exakt der Antritt der Treppe sein wird, haben wir das Geländer noch nicht final verschraubt. Die beiden Ringe, die den Bodenabschluss bilden, wurden mit Laserstrahl geschnitten und beschreiben so eine exakt runde Öffnung. Der Antritt hat die gleiche Riffelung erhalten wie die Stufen der historischen Spindeltreppe. Hier hat Herr Hübler altes Material sorgfältig verarbeitet, um nicht auf neue Riffelung zurückgreifen zu müssen.

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Wir sind nun motiviert, die Treppe dieses Jahr wieder zurück zu bauen und sind sehr gespannt, wie uns das gelingt. Das Unternehmen Hübler wird uns mit fachlichem Rat und mit den anstehenden Schweissarbeiten weiter unterstützen.

Scherben bringen Glück

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In der Nordwand waren, hinter den Transformatoren, alte Glasbausteine in die Ausfachungen gebaut worden. In der Rohbauphase haben wir diese Glasbausteine herausgebrochen und die drei Ausfachungen mit alten Ziegelsteinen aus dem Haus aufgemauert. Viele der Glasbausteine gingen bei dieser Arbeit zu Bruch, einige aber konnten sich vom Zement trennen lassen und wir haben sie aufgehoben. Nun lagen diese Steine über ein Jahr im Garten auf einer Palette und wir überlegten, ob wir sie entsorgen sollten, etwas daraus bauen könnten oder sie über ebay zum Kauf anbieten sollten.

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Nach kurzer Internetrecherche waren wir doch erstaunt. Unsere Glasbausteine nennen sich „Falconnier Nr. 8„. Um 1900 waren diese mundgeblasenen Steine wohl eine Sensation und wurden auf der Weltausstellung in Paris vorgestellt und prämiert. Heute können einzelne Steine im Museum Of Modern Art in New York und in der Pinakothek der Moderne in München bewundert werden.

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Wenn wir das geahnt hätten, wären wir vorsichtiger mit diesem besonderen Baustoff umgegangen und hätten vielleicht noch mehr Exemplare unbeschädigt retten können.

Nun werden wir unsere Glasbausteine sorgfältig reinigen und uns dann überlegen, was wir daraus bauen können. Ideen sind herzlich willkommen!

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