Mit Knauf kam der Frust – und der Schimmel 1/2

IMG_1551Kapitel 1: Durch Beratung baust Du kein Haus!

Viel gegrübelt haben wir in der Planungsphase über eine geeignete Innen-Isolierung. Schnell war uns klar, dass wir keine Materialien auf Ölbasis verbauen wollten. Damit reduzierte sich die Auswahl deutlich. Unser damaliger Architekt und der Energieberater empfahlen uns ein System von Knauf Aquapanel: TecTem Historic. Diese Dämmung besteht aus Lehmputz plus einer Platte aus Perlite. Das klang alles sehr ökologisch und wir haben uns für dieses System entschieden.

Überrascht waren wir von den Beratungsangeboten der Firma Kanuf Aquapanel:
Nicht nur der Vertiebsmitarbeiter erschien auf der Baustelle, sondern zwei Techniker und ein Systemeinweiser. Mit so viel Support hatten wir gar nicht gerechnet. Der für unsere Region zuständige Vertiebsmitarbeiter bot an, die Massen zu berechnen, die Techniker erstellten uns eine Berechnung der theoretisch erreichbaren Dämmung sowie der Wärmebrücken und der Systemeinweiser wollte uns zeigen, wie wir ordentlich verputzen und kleben.

IMG_1553

Es sah alles nach einer guten Entscheidung aus und wir waren voller Tatendrang, als das Material angeliefert wurde. Der Systemeinweiser überzeugte sich davon, dass unsere Fachleute von Szabo Trockenbau den Lehmputz glatter an die Wand brachten, als er es konnte und zeigte uns, wie wir den Lehmkleber richtig auf die Perliteplatte aufbringen.

Die erste böse Überraschung erlebten wir, nachdem wir den Lehmputz aufgetragen hatten. Alle Wände waren über Nacht mit Schimmel überzogen! Der Ansprechpartner des Herstellers zeigte sich ahnungslos und schlug allen Ernstes vor, wir sollten alle unsere Wände mit Alkohol aus der Apotheke einreiben! Das Pumpenhaus hat zwei Weltkriege überstanden, war unterschiedlichen Nutzungen sowie jahrzehntelangem Leerstand ausgesetzt. Was es aber noch nie gab, das war Schimmel! Wir tippen, dass der Lehmputz der Firma Knauf Aquapanel hochgradig mit Schimmelsporen durchsetzt ist, die sofort anfangen zu blühen, wenn sie etwas Wasser sehen.

IMG_1545

Blöderweise hat sich der Vertiebsmitarbeiter aber um etliche Sack Lehmputz, Perliteplatten, Füllmörtel und Lehmkleber verrechnet und uns ging das Material bald aus. Es fehlte uns mehr als eine Palette allein von dem Lehmputz und wir machten uns Sorgen, dass auch die folgenden Schichten der Innendämmung viel zu knapp berechnet sein könnten. Wir bestellten eine Palette Lehmputz nach. Doch diese wurde uns einfach nicht geliefert. Zudem teilte uns der Vertiebsmitarbeiter mit, wir müssten 125 EUR Fachtgebühren zahlen. Das fanden wir wenig erfreulich, aber so ist das wohl, wenn man sich von einem System abhängig macht. Doch auch nach vier Wochen war kein neuer Lehmputz auf unserer Baustelle. Etliche Mails und Nachfragen später haben wir den Vertiebsleiter von Knauf Aqaupanel kontaktiert und ihn um Unterstützung gebeten. Es hat dann zwar immer noch eine Woche gedauert, aber es kam immerhin die georderte Ware bei uns an. Diese Bauverzögerung ist uns richtig teuer zu stehen gekommen und der Vertiebsmitarbeiter unserer Region war überhaupt nicht zu einer Unterstützung zu bewegen.

IMG_1854Er reklamierte für sich, dass er uns doch sehr gut beraten habe, und verstand aber wohl nicht, dass Beratung für uns wertlos ist, wenn das Material nicht verfügbar ist. Wir haben den folgenden Materailbedarf der anderen Baustoffe also selber neu kalkuliert und bei unserem Baustoffhändler Baumatech bestellt. Mal sehen, ob wir in den nächsten Wochen Perliteplatten, Klebespachtel und Innenputz auftreiben können, um dieses frustrierende Kapitel abschließen zu können. Viele der anderen Arbeiten mussten warten und wir haben den Schaden einer Bauverzögerung von über sechs Wochen.

IMG_1533

Advertisements

Geld durch den Schornstein jagen

IMG_1614 Wir wollen einen Holzofen im Pumpenhaus betreiben und mussten dazu einen neuen Schornstein setzten lassen. Die Firma Hark wurde uns von unserem damaligen Architekten empfohlen und wir hatten einen zunächst einen guten Eindruck von dem Verkäufer in der Filiale im nahen Walldorf. Es gab mit ihm einige Termine am Pumpenhaus und mehrere Besuche von uns in der Filiale. Wir beauftragten einen Schornstein und den Kaminofen 122 ECOplus. Toll fanden wir, dass uns versichert wurde, wir würden ein Rundum-Sorglos-Paket erhalten, was den Preis von über 4000 EUR (nur für den Schornstein) dann auch erklärt hätte. Links zu sehen das Modell, das uns in Walldorf gezeigt wurde. Rechts das in das Pumpenhaus eingebaute Exemplar.

IMG_0667 IMG_1603 Hark schickte uns einen Subunternehmer, die Firma Schornsteintechnik Morio aus Dudenhofen. Auch hier wurde die Aufgabe vor Ort mit dem Inhaber durchgesprochen und geplant. Letze Woche kamen zwei Mitarbeiter von der Firma Morio auf die Baustelle und hielten mir ihr Kartenlesegerät unter die Nase: Vorkasse von über 4200 EUR wurden verlangt, sonst würde nicht mit der Arbeit begonnen. Ich wollte wenigstens sehen, ob die zwei Männer denn entsprechendes Material in ihrem Lieferwagen hatten, bevor ich der Nötigung nachgab. Das Kartenlesegerät funktionirte nicht – laut Aussage des Mitarbeiters von Morio schon seit Tagen nicht – und ich wurde aufgefordert, das Geld umgehend in bar zu organisieren. Eigentlich hätte ich spätestens jetzt die Geschäftsbeziehung beenden sollen, aber der Verkäufer von Hark hatte uns ja ein „Rundum-Sorglos-Paket“ versprochen und ich unterdrückte mein Misstrauen. Nachdem ich das Geld von der Bank geholt und übergeben hatte, fingen die Männer an zu arbeiten. Nur nicht so, wie es mit dem Chef bei der Planung vereinbart wurde. Es wurde einfach von unten nach oben der Schornstein aufgestellt. Auch der Durchbruch der Dampfbremse und der Dachisolierung erfolgte hemdsärmelig. Ich berief mich sowohl auf das Planungsgespräch mit dem Inhaber wie auch auf die Zusage vom Hark-Mitarbeiter, dass die Dampfbremse und die Isolierung wieder hergestellt würden. Da lächelte der Mitarbeiter von Schornsteintechnik Morio nur müde und sagte mir, dass das nicht sein Problem sei. IMG_1606

Um 16:00 Uhr wurde der Spuk damit beendet, dass ich ein blanko-Abnahmeprotokoll unterschreiben sollte, auf dem ich den ordnungsgemäßen Einbau und eine Einweisung bestätigen sollte. Ich strich alles durch, bevor ich unterschrieb… hark-abnahmeprotokoll_web Im Ergebnis haben wir einen Schornstein, der weder ausgerichtet an den Hauswänden noch im Lot steht. Die Dampfbremse und die Aufsparren- und Zwischensparrendämmung müssen wieder fachgerecht hergestellt werden und das Geld ist futsch. Bei der Kontrolle der Arbeiten auf unserem Dach konnten wir uns nicht nur von der Hässlichkeit der Arbeit überzeugen, sondern mussten auch noch feststellen, dass das Dach nicht ordentlich abgedichtet wurde. Auch zwei Revisionsklappen im Haus wurden bereits angeschraubt und angeklebt. So ist ein Anputzen der schiefen Schornsteinwände zusätzlich zumindest erschwert, wenn nicht ohne Beschädigung der Klappen unmöglich.IMG_1712 Meine Beschwerde bei der Firma Hark wurde per Mail aus der Zentrale in Duisburg von einem Herrn so quittiert, ich hätte das Abnahmeprotokoll (s.o.) unterschrieben und damit bestätigt, dass alles ohne Mängel eingebaut wurde. Nach einigen heftigen Telefonaten und Mailwechseln verwies dieser Mitarbeiter der Firma Hark erst auf sein Recht auf Nachbesserung und dann darauf, dass das Dach wohl durch Fremdeinwirkung undicht geworden wäre und die Firma Hark somit die Reklamation ablehnt. Die „Fremden“ können eigentlich nur wir gewesen sein, da ein Besuch auf unserem Dach nicht unbemerkt geblieben wäre… Zum ersten Mal seitdem wir unser Pumpenhaus sanieren, sind wir geneigt, juristisch gegen ein Unternehmen vorzugehen. Bleibt aber die Frage, ob es das Wert ist, jetzt noch gutes Geld diesem aus unserer Sicht mangelhaft agierenden Unternehmen hinterher zu werfen. Das haben die sich bestimmt auch schon öfter überlegt und fahren mit ihrer Geschäftsmasche offensichtlich ganz gut (Es gibt jedenfalls im Netz eine breite Forenauswahl zum Thema „Hark-Geschädigte“). Blöderweise ist die Geschäftsbeziehung zur Firma Hark damit noch nicht beendet. Wir müssen ja noch die Lieferung und die Montage des Kaminofens über uns ergehen lassen. Die AGBs lassen zwar einen schadlosen Aussteig der Firma Hark jederzeit zu, uns ist dieser aber verwehrt. Es bleibt also spannend und wir werden berichten.auf dem dach_webDie Aussicht vom Dach aus bleibt auch mit diesem hässlichen Metallstutzen auf unserem Dach wunderschön. Wir diskutieren jetzt schon Lösungen, diesen Schandfleck auf dem Pumpenhaus zu einem ansehnlichen Endzustand zu bringen.

Warme Entmietung

Seit Donnerstag ruhen alle Bauarbeiten am Pumpenhaus. Dafür laufen zwei 9000 Watt-Elektroöfen im Obergeschoss mit voller Kraft, um dem Hausbock den Garaus zu machen. Wir haben uns für dieses kostspielige Verfahren der Wärmeentwesung entschieden, weil die alternativ in Erwägung gezogene Ozon-Behandlung vorausgesetzt hätte, dass wir unsere Dampfsperre wieder hätten öffnen müssen. Der Feind im Dachstuhl:IMG_0172Das Gegenmittel, das zum Einsatz kommt:_DSC2020Mit Herrn Gugger von Thermo2 haben wir einen sorgfältig arbeitenden Kammerjäger gefunden, der mit seinen ThermoNox-Öfen eine solche Wärmeentwesung gründlich durchführen kann. Wir haben uns zu regelmäßigen Temperaturmessungen in den letzten Tagen ins Pumpenhaus begeben und waren positiv überrascht, wie schnell die gewünschten 50-60 Grad, auch innerhalb der Holzbalken, erreicht wurden. Unsere sorgsame Dachdämmung zahlt sich hier zum ersten Mal aus._DSC2023 _DSC2028 Von Montag bis Mittwoch heizen wir noch den Anbau entsprechend auf und hoffen, dass wir uns damit aller Schädlinge im Holz entledigt haben. Wer mehr über das ThermoNox-Verfahren wissen möchte, kann sich hier einlesen: Wärmeentwesung nach dem ThermoNox-Verfahren.

Holzwurm-Alarm

Mit unerschütterlicher Ausdauer schleift seit Tagen Kenny, Mitarbeiter von Gabor Szabo, die Balken des Dachstuhls im Obergeschoss ab. Später werden sie Bestandteil der Inneneinrichtung sein und wir freuen uns sehr über diese schönen Holzbalken.

_DSC1868 _DSC1865
Vorgestern haben wir an zwei Balken jedoch Holzwurm-Frass vorgefunden. Sogar ein paar lebendige Larven konnten wir sicherstellen. Wir werden wohl oder übel in der kommenden Woche dem Dachstuhl eine Wurmkur verordnen müssen.

_DSC1872

Der Lack ist ab


Nachdem der Putz von Hand abgeschlagen und in den Container verfrachtet wurde, zeigt sich die wahre Schönheit des Fachwerks. Jedenfalls da, wo noch etwas übrig ist von den Balken und Ziegeln. Die Schäden am Holz und am Ziegel sind in allen Ecken immens. Wir werden in den nächsten Tagen eine genauere Bestandsaufnahme durchführen und stützende Softortmaßnahmen zur Absicherung an den Kehlbalken vornehmen.

Ungebetene Gäste

Das Hoftor eingetreten, ein Fenster aufgebrochen und eine Flügeltür auf der Westseite speerangelweit offen – so präsentierte sich uns das Pumpenhaus am letzten Donnerstag.

Wir waren gespannt, was von den wenigen vor Ort lagernden Werkzeugen im Haus wohl fehlen würde und als Lohn für diese kraftmeierische Aktion ohne unsere Zustimmung den Besitzer wechselte.

Um so überraschter waren wir, als wir feststellten, dass uns nichts abhanden gekommen war, dass stattdessen die Einbrecher etwas dagelassen hatten. Ein ausgewachsender Zigerattenautomat hat im Pumpenhaus seine letzten funktionstüchtigen Minuten erlebt. Mit Meißel und Astschere wurde der Automat solange bearbeitet, bis er Kippen und Geld an die Diebe freigab.

Wir entschlossen uns die Polizei zu rufen. Wie sollten wir auch diesen Zigarettenautomaten ordnungsgemäß entsorgen? Auf dem Sperrmüll? Auf dem Recyclinghof? Wohl kaum. Nach der Spurensicherung haben vier starke Männer der örtlichen Polizeiwache uns von dem Mitbringsel der Einbrecher befreit. Leider mussten auch Meißel und Astschere zum Abgleich von Fingerabdrücken mit auf die Wache. Die sehen wir wohl erst wieder, wenn das Ermittlungsverfahren abgschlossen ist. Und das kann dauern…

Fazit: Wenn der Einbrecher es nicht klaut, nimmt es eben die Polizei mit.